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Mitgliederinformation November

Mitgliederinformation November

Liebe Mitglieder des Partnerschaftenvereins,
Liebe Freunde, liebe Gönner,

die Lage in der Ukraine wird immer schlimmer, es ist kalt und hat bereits geschneit. Und auch im Gebiet Baryschiwka und Beresan gibt es am Tag nur stundenweise Strom, manchmal nur zwei Stunden am Tag. Das heißt kein Licht in der dunklen Jahreszeit, keine Energie zum Kochen, die Steuerungen der Heizungen, wie die Heizungen selber fallen aus. Glück hat, wer einen Holzofen anschüren kann und noch besser ein Backrohr oder Herdplatte ohne Strom und Gas betreiben kann. Die Verbindung mit Wifi funktioniert nur die begrenzte Zeit, das Mobiltelefon kann nur die begrenzte Zeit geladen werden, die Kühl- und Gefrierschränke kühlen nicht mehr tief genug. Wäsche waschen ist oft nur mit der Hand möglich, und noch schwieriger ist das Trocknen in den kalten Wohnungen nur mit der Hand ausgewrungen. Duschen, geschweige Baden bestimmt nicht mit angenehm warmen Wasser. Wie lange halten das die Kinder die Babys, die alten Leute, die Familien durch?

Bis jetzt wurde das Gebiet nicht mehr durch eine Bombe oder Drohnen getroffen, dank der funktionierenden Luftabwehr. Aber überall klappt das nicht, man kann nur hoffen.

Aber es gibt eine sehr gute Nachricht. Die Erneuerung der Pumpen für die Wassergewinnung von Baryschiwka ist fertiggestellt, das heißt die Hocheffizienzpumpen laufen mit Solarthermie, das heißt Trinkwasser kommt in die Haushalte, unabhängig von der Stromversorgung. Das Projekt wurde bereits 2019 begonnen und konnte von Pullach bei Nakopa, einer Gesellschaft des Bundesministeriums für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit beantragt werden. Am Anfang des Krieges wurden die Arbeiten unterbrochen, aber doch letztlich weiter durchgeführt. Es ist immer die Entscheidung, wie sinnvoll und richtig sind Baumaßnahmen. Aber alles, was die Menschen, die in diesen gefährlichen Zeiten in einem Land im Krieg brauchen, wollen wir für unsere Partner organisieren und durchführen.

Von unseren Partnerstädten kam die Anfrage nach Müllpressfahrzeugen, die wir bei Engagement Global beantragen konnten. Die Regel ist ein Projekt im Jahr mit einer Summe von maximal 50.000 €, 10 % muss vom Antragssteller, in unserem Fall von Pullach übernommen werden. Die Schwierigkeit war zwei entsprechende Fahrzeuge zu besorgen. Erst jetzt ist klar, dass wir zwei Müllwägen aus dem Bestand der Abfallentsorgung der Stadt München kaufen können. Diese bekommen noch alle notwendigen Reparaturen bevor sie auf die Reise in die Ukraine gehen.

Wir vom Partnerschaftenverein durften Pullach bei einer Konferenz in Augsburg vertreten, wo es um die besondere Hilfe für ukrainische Städte in den schweren Kriegszeiten gegangen ist. Dort haben wir erfahren, dass wir heuer noch je ein benötigtes Fahrzeug für Baryschiwka und Beresan beantragen dürfen. Auf der Wunschliste war ein Schneeräumfahrzeug und eine LKW mit Steigvorrichtung zum Einsatz in der Höhe, wie Reparatur von Stromleitungen, Dächern, usw. Mit Unterstützung des Bauhofs waren schnell die Fahrzeuge gefunden, der Antrag vom Partnerschaftenverein geschrieben und wir sind dabei, alles bis Ende des Jahres abzuwickeln.

Auch durfte Pullach für die Partner eine Wunschliste mit benötigte Kommunalfahrzeuge bei der GIZ abgeben. GIZ ist eine Organisation der Entwicklungszusammenarbeit, die im Auftrag verschiedener Ministerien der Bundesrepublik Deutschland international tätig ist und zwei Müllpressfahrzeuge besorgt hat. Unsere Aufgabe ist die LKWs noch in diesem Jahr an unsere Partnern abzugeben. Diese stehen noch in Sittensen, einer Stadt zwischen Hamburg und Bremen. Natürlich könnte man die LKWs direkt in die Ukraine zu bringen. Jedoch Borys Skoryk hat entschieden alle sechs Fahrzeuge von Pullach weg zu übernehmen und zu überführen. Er ist dabei Fahrer zu organisieren, dass Mitte Dezember sich eine Kolone Richtung Osten auf den Weg macht.

Bereits im Sommer nahm das Krankenhaus die Sauerstoffanlage mittels Tank in Betrieb. Baryschiwka ist Schwerpunktklinik für Kriegsverletzte. Wir sind im ständigen Kontakt, ob Medikamente, Verbandsmittel oder was auch immer gebraucht wird. Momentan war der Wunsch nach Vitamin und Elektrolytpräparat . Alles ist im Einsatz, der neue OP Tisch, die Beatmungsgeräte, auch die UV Strahler zur Luftreinigung.

Im Herbst konnten wir für Beresan einen Krankenwagen als Ersatzbeschaffung für ein verunglücktes Auto und einen VW Bus für den Transport von Kindern und Erwachsenen auf die Reise schicken. Die Autos wurden mit gewünschten Artikeln gefüllt, wie Schlafsäcke, Thermounterwäsche, Stiefel, Handschuhe und verschiedene Ausrüstung für die Männer der Territorialabwehr.

Die Damen und ein Herr der Quiltgruppe organisierten wieder nach der Corona Pause eine Ausstellung ihrer Kunstschätze. Sie übergaben uns fast 3000 € für was wir uns herzlich bedanken. Wir hatten die Gelegenheit die Summe zu unseren Freunden mitzugeben zur Anschaffung von Kleidung für den Winter.

In Baryschiwka und Beresan findet momentan der Schulunterricht nur online statt. Es ist zu gefährlich auf den Weg zur Schule. Bei Alarm müssen die Schüler in den Keller, die leider im Gebiet ausgestattet sind. Das ist ein Projekt für nächstes Jahr. Wir haben bereits genaue Angaben, was jede einzelne Schule benötigt, wie Bildschirme, Was die Lehrer aktuell für ihren Unterricht benötigen, ist ein Laptop. Viele haben nur ihr Handy, was für die Vorbereitung und Durchführung des Unterrichts, wie die ganze Organisation schwierig ist. Der Partnerschaftenverein hat 10.000€ ausgegeben, dass die Lehrer zweier schulen ein Laptop bekommen. Natürlich wollen wir weitere Lehrer ausrüsten. Sollten Sie bitte Beziehungen für gebrauchte Laptops haben, wir sind sehr interessiert. Wir denken, es ist sinnvoll, Schulen zu unterstützen.

Wie Sie lesen können, viel Unterstützung geht in die Ukraine. Aber auch hier vor Ort gibt es viele Aufgaben für die geflüchteten Personen mit ihren Kindern zu organisieren. So bekommen wir für dieses Schuljahr im Otfried Preussler Gymnasium einen Raum, wo ein Integrationskurs durchgeführt wird. Noch einmal so viele Interessenten haben keinen Platz bekommen, wir sind auf der Suche nach einer zweiten Lehrerin und könnten sofort mit einem Integrationskurs starten. Der Mama Kurs und Seniorenkurs läuft weiter. Wenn Sie durch Pullach gehen, bemerken Sie, dass die ersten Gespräche bereits in Deutsch geführt werden. Nur über Sprache gelingt eine gute Integration.

Die Kinder gehen in die Schule, Kindergarten, Spielgruppe. Überall sind die Verantwortlichen bemüht alles für die Kinder zu tun. Es ist nicht einfach, die Kinder in ihrer Situation abzuholen, viele beschäftigen sich intensiv mit der schlimmen Lage in ihrer Heimat.

Das schwierigste ist die Wohnungssituation in Pullach. Es gibt keine freien Wohnungen, Zimmer oder andere Unterbringungen. Es ist sehr schwierig den Familien, für die ein Wohnungswechsel ansteht etwas vorschlagen zu können. Bitte wenn Sie eine Wohnmöglichkeit wissen, denken Sie an die ukrainischen Familien. Es würde uns das Herz zerreißen, wenn wir sie wohnungslos und dann an eine Sammelunterkunft melden müssten. Alles ist erwünscht, ein Zimmer für Einzelpersonen, Wohngemeinschaften und im besten Fall eine Wohnung. Bitte helfen Sie uns, die Miete wird über SGB II Leistungen gedeckt. Wir finden eine Lösung.

Viele Leute helfen, viele engagieren sich, viele unterstützen mit Geld und wir möchten uns herzlich bedanken. Es war Zeit, das bei einer Einladung von der Bürgermeisterin Susanna Tausendfreund zu sagen. 85 Personen waren im Feuerwehrhaus eingeladen. Wir wissen, dass wir uns bei noch viel mehr Personen bedanken müssen. Alle geben ihren Beitrag. Wir alle dürfen nicht müde werden, der Krieg wird noch dauern.

Der Advent beginnt. Heuer kann wieder ein Christkindlmarkt am ersten Adventswochenende am Pullacher Kirchplatz stattfinden. Der Partnerschaftenverein ist mit einem Stand vertreten. Die Frauen kochen vegetarische Borschtsch Suppe und Vareniki, gefüllte Teigtaschen, mal süß, mal sauer. Wir freuen uns, Sie begrüßen zu dürfen. Und heuer sind die Speisen original gekocht, bitte probieren Sie. Und noch eine Idee. Wie wäre es Weihnachten zu teilen, das heißt den eigenen Christbaum ein wenig kleiner aufzustellen und dafür für eine ukrainische Familie einen Tannenbaum zu kaufen. Sicher haben Sie in Ihren Fundus noch Kerzen und Schmuck. So könnten die Kinder und Erwachsenen ein Fest mit Christbaum feiern, zuerst mit uns am 24. Dezember, dann nach dem orthodoxen Ritual, am 7. Januar. Traditionell wird der Christbaum erst Mitte Januar wieder abgeräumt. Bitte überlegen Sie und geben Sie uns Bescheid, sollte Ihnen die Idee gefallen und Sie einen Beitrag übernehmen wollen. Wir wären Ihnen wirklich dankbar.

Seit Anfang des Krieges, seit Februar treffen wir uns jeden Sonntag um 17 Uhr am Baryschiwka Platz in Pullach zum „Innehalten für den Frieden“. Es ist ein wichtiges Zeichen und wir wollen unsere Solidarität mit dem Ukrainische Volk zeigen, die diesen schrecklichen Krieg aushalten muss. Vielleicht haben Sie einmal Zeit und Lust, wir würden uns freuen. Die Überlegung sich nicht wöchentlich zu treffen, haben wir momentan verworfen. Der Krieg kennt keine kalten Temperaturen, kommt oft in der Dunkelheit und braucht unser Mitgefühl und unsere Demonstration für den Frieden.

Zum Schluss lade ich Sie zum Benefizkonzert am 9. Dezember um 19:30 Uhr im Bürgerhaus zu einem Benefizkonzert zugunsten der Hilfe für die Partner in der Ukraine. Aufgeführt werden Werke für Klarinette und Bassetthorn verschiedener Komponisten mit dem Pullacher Kammerorchester unter der Leitung von Frau Irmtraut Mallach. Der Eintritt ist frei, Spenden werden erbeten.

Ich bedanke mich für Ihre Unterstützung, nur gemeinsam schaffen wir diese schwierige Zeit.

Ich wünsche Ihnen und Ihren Familien eine friedvolle Adventszeit in Erwartung auf ein Weihnachtsfest voller Freude und Überraschungen. Lassen Sie uns unsere Freunde, wie alle, die unter den schrecklichen Krieg leiden müssen, nicht vergessen.

Herzliche Grüße
Otto Horak

Wer hätte jemals gedacht…

Wer hätte jemals gedacht…

Wer hätte jemals gedacht, dass es Krieg gibt auf europäischem Gebiet. Schlimm genug, wieviele Menschen in verschiedenen Ländern auf verschiedenen Kontinenten Krieg erleben und aushalten müssen, oder flüchten, weil sie für sich und ihre Familien keine andere Möglichkeit sehen zu überleben.

Seit Ausbruch der russischen Aggression gegenüber der Ukraine entschlossen sich hauptsächlich Frauen mit ihren Kindern sich in Sicherheit zu bringen. Allein der Entschluss in ein fremdes Land zu gehen mit dem Wissen Ehemann, Familie, Haus und die gewohnte Umgebung zu verlassen, kostet Mut, Kraft und Stärke mit dem Wissen auf eine ungewisse Zukunft. Wo komme ich hin, wer nimmt mich auf, wie kann ich leben, wie werde ich mich verständigen, viele Fragen. Und wer hätte gedacht, dass der Krieg jetzt schon acht Monate dauert, viele Opfer kostet, viel Leid und Zerstörung bringt. Täglich passieren neue Greueltaten, neue Angriffe auf Zivilisten, unklar wann und wo im Land der nächste angriff kommt.

So war es uns als Partner eines ukrainischen Gebiets Baryschiwka und Beresan Verpflichtung, geflüchtete Personen, egal aus welcher Gegend aus der Ukraine aufzunehmen.

Viel ist geschehen, von Anfang an war die Bereitschaft zu helfen groß, die Pullacher öffneten ihre Häuser, nahmen Geflüchtete auf für mehr oder weniger lange Zeit. Alles hat geholfen.

Es hat gedauert bis das Anmeldeprozedere von staatlicher Seite Struktur bekommen hat, der Dschungel an Verordnungen und Papieren wurden täglich geändert.

Aber es ging um die praktische Hilfe, Die Personen mussten sofort mit Kleidung versorgt werden, sie hatten oft nur einen Rucksack dabei. Möbel mussten organisiert und aufgestellt werden. Viele Aufgaben, viele Helfer, es wurde gesammelt, organisiert, verteilt, besorgt, abgegeben und das zu Corona Zeiten.

Es wurde Zeit Danke zu sagen. Die Gemeinde, vertreten durch dritte Bürgermeisterin Cornelia Zechmeister und Partnerschaftenreferentin Renate Grasse begrüßten die vielen Helfer zu einem Essen. Die Feuerwehr, die immer zur Seite steht, stellte die Räumlichkeiten zu Verfügung und die Landfrauen kochten ein wunderbares Essen. Viele waren da, jedoch wissen wir, der Saal hätte doppelt so groß sein sollen um sich bei allen zu bedanken, dann hätten wir sicher auch noch nicht alle Helfer erreicht.

Ohne Ihre Bereitschaft einen Beitrag in dieser Krise zu leisten, hätten wir es nicht geschafft, den Personen Deutsch Kurse zu ermöglichen, die Kinder in den Schulen unterzubringen, auch Ausflüge zu machen, wie mit der Regine Sixt Kinderhilfe Stiftung zur Pferde Messe und auf`s Oktoberfest, mit dem Freiraum Team zum Skyline Park und noch vieles mehr.

Nicht nur die Hilfe vor Ort wurde geleistet, dank den Feuerwehrkameraden konnten wir schon im März zwei Krankenwagen und einen Lastwagen voller dringend benötigter Hilfsgüter, wie Lebensmittel, Hygieneartikel, Babynahrung und Ausrüstung für den Katastrophenschutz an die polnische Grenze zu fahren, wo unsere Freunde die Ladung auf der ukrainischen Seite übernommen haben. Inzwischen haben wir insgesamt drei VW Busse und vier Krankenwägen in den Rayon geschickt, gefüllt mit Medikamenten und Verbandsmaterialien.

Das Krankenhaus in Baryschiwka ist als Schwerpunkt Klinik für die Versorgung Kriegsverletzter bestimmt. Die Planung für eine Sauerstofftank gab es bereits vor dem Krieg aber jetzt sollte alles schnell realisiert werden. Die Gemeinde Pullach hat die Kosten für den Tank und die Zuleitung zum Krankerhaus übernommen. Alle Betten haben die Möglichkeit einer Sauerstoffzufuhr bekommen. Der Operationssaal bekam einen modernen OP Tisch, einen LapraskopTurm wurde von der Seite Baryschiwka finanziert. Dadurch können minimal invasive Operationen durchgeführt werden.

In den letzten Tagen bekamen Lehrer aus zwei Schulen Laptops für den online Unterricht durch ihre Spenden finanziert. Das Pflegeheim in Perimoha wurde durch die Belagerung russischer Soldaten schwer verwüstet und vieles zerstört. Die Röhren der Solarthermieanlage mussten erneuert werden, Warmwasser ist für die pflegebedürftigen Personen wieder vorhanden.

Wir hören gut zu, wenn unsere Freunde von ihren Sorgen und Nöte berichten. Dank Ihrer Senden können wir wichtige Hilfe für die Menschen, die den Krieg aushalten müssen, geben.

Danke allein ist wenig, aber Danke ist soviel, für alles was Sie geben, egal was und wie.

Der Partnerschaftenverein und die Gemeindeverwealtung sind überwältigt von der Hilfsbereitschaft und dem Einsatz der Pullacher Bürger*innen. Gemeinsam haben wir viel geschafft, aber leider geht es weiter, keiner weiß wie lange.

Wir hoffen und warten auf den Frieden.

Seit Kriegsbeginn treffen wir uns jeden Sonntag um 17 Uhr zum Innehalten für den Frieden um solidarisch zu sein mit unseren Partnern und Freunden in der Ukraine, die soviel Angst, Schrecken, Leid und Verwüstung aushalten müssen.

Vielen herzlichen Dank für alles
Otto Horak

Freunde zu Besuch

Freunde zu Besuch

Letzte Woche haben sich drei Fahrer, alle schon lange aktiv in der Partnerschaft sind mit dem Vorstandsvorsitzenden des Partnerschaftenvereins Baryschiwka und Beresan, Borys Skoryk auf den Weg nach Pullach gemacht. Mit diesem Termin konnte man zwei Anliegen kombinieren.

Drei Tage wurden die aktiven Partnerschaften mit der Ukraine zu einer internationalen Konferenz in Augsburg eingeladen. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hat durch die Gesellschaft Engagement Global die neue Situation mit der besonderen Herausforderung des Krieges bearbeitet. Die vielen Hilfsaktionen, die von den Partnerstädten geleistet wurden, unterstützen die Ukraine. Die Aufnahme der geflüchteten Frauen und Kinder war von Beginn an einzigartig, brachten aber natürlich viele neue Herausforderungen.

So wurden Möglichkeiten der Unterstützung über Hilfsprojekte von Engagement Global und Nakopa vorgestellt. Aber die Planungen gehen bereits in die Zukunft und befassen sich mit dem Wiederaufbau nach dem Krieg. Niemand versteht den Krieg, niemand weiß wie lange der Krieg dauert, von ukrainischer Seite sprechen die Teilnehmer immer vom Sieg. Es war bewundernswert, wie ruhig Teilnehmer aus den furchtbar betroffenen Gebieten berichtet haben, aus Irpin, aus Odessa, Saporishne, Cherson, alle leben in großer Angst und Bedrohung, viele haben fürchterliches erlebt und gesehen. So wurde über die vielen Binnenflüchtlinge gesprochen, die Schutz in der Westukraine suchen, Städte und Dörfer haben sich verdoppelt. Die Personen brauchen alle Platz zum Wohnen, brauchen Versorgung und brauchen eine Beschäftigung. Auch in Beresan sind ungefähr 3000 Geflüchtete aus dem Osten aufgenommen worden. Auch wenn die Sprache kein Problem ist, alles andere muss für die vielen Leute organisiert und zur Verfügung gestellt werden.

Viele Herausforderungen, viele Aufgaben und viele Möglichkeiten die ukrainischen Partner zu unterstützen.

Der zweite Grund der Reise war, unsere Freunde übernahmen zwei gespendete Fahrzeuge für Beresan. Der Krankenwagen ist eine Ersatzbeschaffung, da der Sanka, den 2018 persönlich von Frau Tausendfreund zu unseren Partnern gebracht wurde, vor dem Krieg auf eisglatter Straße im Einsatz schwer verunglückt ist. Die Verantwortlichen aus Beresan haben im Sommer um Unterstützung gebeten. Auch erklärten sie, ein Kleinbus zum Transport von Kindern, wie auch alten Leuten wäre wunderbar. Es ist sicherer, wenn die Kinder für die Schule und Freizeitaktivitäten in die Stadt gefahren werden. Der Bus kann viele Verwendungen abdecken, auch dringend benötigte Lebensmittel und Hygieneartikel zu den Menschen auf den Dörfern bringen oder ein Montageteam zu Reparaturarbeiten zu fahren oder Personen im Bedarfsfall in Sicherheit zu bringen. Wie bereits die letzten zwei Busse, hat uns der Autohändler Singer aus Marktoberdorf ein sehr gutes Angebot für das drei Jahre Auto gemacht. Der Krankenwagen war schon etwas älter, aber noch sehr gut gepflegt. Der Innenraum wurde mit verschiedenen Verbandsmittel, Medikamente, Einmalartikel und Ausstattung bis oben hin gefüllt. Unsere Partner haben uns eine Bedarfsliste geschrieben. Vieles gehört zur Ausrüstung der Territorialabwehr, die Männer, die das Gebiet schützen. Sie sind im Schichtsystem 24 Stunden im Einsatz, und der Winter kommt. Sie brauchen warme Kleidung, Thermounterwäsche, gute Stiefel, Handschuhe, Knieschützer, Schlafsäcke neben vielen anderen Artikeln. So wurde auch der Bus bis oben hin gefüllt. Alles wurde durch Ihre Spenden finanziert, vielen Dank, dass Sie uns die Möglichkeit geben.

Momentan ist es zu gefährlich die Kinder in den Schulen zu unterrichten. In Baryschiwka und auf den Dörfern sind die Schulen nicht mit Schutzkellern ausgestattet. Aus diesem Grund findet ausschließlich online Unterricht statt. Die Lehrer bereiten ihren Unterricht auf ihren Smartphone vor, die meisten besitzen kein Laptop. So hat der Partnerschaftenverein beschlossen, 20 Laptops zu finanzieren für die Lehrer der Schule 2 und in Selytsche. 10.000 € hat Borys mitgenommen, die Laptops werden vor Ort gekauft. Wir wären interessiert auch an gebrauchte Geräte um weitere Lehrer auszustatten.

Borys hat Fotos von der Sauerstoffanlage mitgebracht, alles ist fertig, alles funktioniert und er hat alle Belege und Abrechnungen dabei. Ein kleiner Betrag blieb übrig, dieser wird für die Ausstattung der Kellerräume verwendet, dass im Bedarfsfall dort Patienten untergebracht werden.

Am wichtigsten waren die Gespräche, die Berichte und wir haben gemeinsam geplant. Auch wenn die Zeit kurz bemessen war, im direkten Austausch ist es einfacher alles zu besprechen.

Sonntagmorgens sind die Gäste wieder zurück nach Baryschiwka und Beresan gefahren und wie wir erfahren konnten, Verkehr und Weg war gut. Am Montagnachmittag sind die Männer mit den Autos und der vielen Ladung gut in ihrer Heimat angekommen.

Ich möchte mich bei allen Spendern bedanken, bei allen Personen, die helfen. Sie geben die Möglichkeit unseren Freunden in der Ukraine zu helfen.

Otto Horak

Pullacher Quiltgruppe schickt 23 Friedenstauben in die Ukraine mit dickenGeldpolstern unter den Flügeln

Pullacher Quiltgruppe schickt 23 Friedenstauben in die Ukraine mit dickenGeldpolstern unter den Flügeln

Der Krieg in der Ukraine überlagert seit seinem Beginn alles andere: Auch wir in unserer Gruppe waren tief betroffen und überlegten, wie wir den Menschen im Kriegsgebiet und an ihren Zufluchtsorten helfen könnten. Unsere Partnergemeinde Baryschiwka war schon in den ersten Kriegstagen von den Russen besetzt, zum Teil verwüstet, dann aber wieder verlassen worden.

Wir haben schon seit langem ein besonderes Verhältnis zu ihr: Hatten wir doch schon vor über 20 Jahren geholfen, eine Nähstube einzurichten und ukrainische Kinder in Waisenhäusern mit fröhlichen, bunten Quilts zu beschenken. Auch der Erlös der letzten Ausstellung im Jahre 2019 ging in die Ukraine.

Schnell waren wir uns einig, auch dieses Mal tatkräftig zu helfen:
Um möglichst viel Bargeld zu generieren , haben wir neben einer Aktion mit einem Verlosungsquilt einen Verkaufs-Basar organisiert. Wir wühlten in unseren Schatztruhen und entschieden uns für 60 große und kleine, bunte Quilts, die wir in den letzten Jahren genäht hatten. Wir hängten sie kurzerhand an die Gardarobenständer im Untergeschoß des Bürgerhauses und boten sie zum Materialpreis an. Unser „Basar“ fand großen Anklang, es konnten 2.200,– € erzielt werden. Aus Emmi Simons Nachlass (Sie war bis zu ihrem Tod im Jahre Gründungsmitglied unserer Gruppe) verkauften ihre Töchter immer noch vorhandene Stoffpakete und spendeten die erlösten 240 € in vollem Umfang.

Jutta Hufnagel (ein früheres Mietglied unserer Gruppe) verzichtete zudem auf das Honorar für ihren sehr interessanten Vortrag über Leben und Geschichte der Amish People in Nordamerka. Schließlich rundete der Erlös eines in Gemeinschaftsarbeit entstandenen Losquilts aus funkelnden bunten Farbdiamanten die Aktion ab, so dass wir Herrn Otto Horak vom Partnerschaftenverein insgesamt 2.911,– Euro übergeben konnten. Wie schön, dass die Übergabe anlässlich des wöchentlichen Treffens am Baryschiwka Platz sein konnte.

Doch im Mittelpunkt unserer 13. Ausstellung standen auch diesmal die neuen Arbeiten der letzten drei Jahre, die wir – wie bei unseren 12 vorangegangenen – über drei Ebenen des Bürgerhauses verteilten. Die Besucher konnten sehen, was man gegenwärtig alles mit Stoff machen kann außer der Bedeckung von Personen und Gegenständen. Es ist im Grunde immer das gleiche: ein oftmals aus mehreren Teilen zusammengesetzter Deckflächenstoff, eine Einlage aus Vlies und eine Rückseite aus Stoff, verbunden durch „Quiltstiche“, meistens mit der Nähmaschine. Dadurch entsteht eine reliefartige Oberfläche, die dem bildhaften Eindruck Struktur und Tiefe gibt. Das unterscheidet einen Quilt fundamental von einem Bild. Dass es den Besuchern gefallen hat, zeigten viele positive Einträge in unserem Gästebuch. Um nur ein Beispiel herauszugreifen: “ Großartige Kunsthandwerke – eines schöner als das andere!

Möge diese wunderschöne Ausstellung in ihrer Unterstützung für die Ukraine Not und Elend lindern!“
Es war eine bunte Schau und ließ den Besucher/innen und uns vielleicht auch mal das Grauen des Krieges und das Grau und die Sorgen des Alltags wenigstens für eine Weile vergessen. Wenn uns das gelungen ist, haben wir unser Ziel erreicht.

Maria Nußhart für die Pullacher Quiltgruppe

Aussteller/innen:
Anne Best, Brigitte Erhardt, Carola Helm, Barbara Herbst, Monika Hoheneder, Paula Lettenbichler, Brigitte Meyn, Katrin Modlich, Maria Nußhart, Gerlinde Stenzer, Christian Trunsperger

Bei dem Termin für die Spendenübergabe am 16. November 2022 am Pullacher Baryschiwka Platz hatten wir gleichzeitig die Gelegenheit, Frau Dorothea Sawitzki zum Gewinn des Diamanten-Losquilts zu gratulieren und ihr diesen zu überreichen.

Termine

Es sind keine anstehenden Veranstaltungen vorhanden.

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Vertragsunterzeichnung1990

Der Rat der Gemeinde Pullach im Isartal fasste am 30. Januar 1990 einen weitreichenden Beschluss: Er beauftragte die Verwaltung, mit entsprechenden Stellen vorbereitende Gespräche zur Aufnahme einer Partnerschaft mit einer sowjetischen Kommune zu führen. Diese Gespräche führte der damalige Bürgermeister Ludwig Weber, zusammen mit einer interfraktionellen Delegation des Gemeinderats. Die Gespräche führten dazu, dass bereits am 26. Oktober des gleichen Jahres mit einem Festakt im Pullacher Rathaus ein Freundschaftsvertrag mit dem Rayon (Landkreis) Baryschiwka, etwa 70 km östlich von Kiew gelegen, unterzeichnet werden konnte.